Hauptstadt von Kanada

Pulsierende Metropole, Kulturzentrum, Sitz von IBM und Hewlett-Packard sowie Stätte zahlreicher Musikfestivals und national bedeutender Sehenswürdigkeiten: Die Hauptstadt von Kanada hat viele interessante Gesichter. Dabei begann die Geschichte Ottawas ganz unspektakulär als kleine Siedlung am Ottawa River, dort, wo er mit dem Rideau River zusammenfloss.

Damals und heute

Erst von 1826 an, als hier der strategisch wichtige Canal Rideau gebaut wurde, gewann der kleine Ort an Bedeutung und erhielt zunächst den Namen Bytown, nach dem Kanalbaumeister Colonel John By. 1855 wurde die Stadt nach den früher dort lebenden Outaovac-Indianern Ottawa genannt, zwei Jahre später wählte sie die britische Königin Victoria, das damaligen Oberhaupt des Commonwealth, als Hauptstadt von Kanada aus.

Heute hat die Stadt in der Provinz Ontario, an der Grenze zur Nachbarprovinz Québec, gut 800.000 Einwohner. Ottawa ist die einzige offiziell zweisprachige Stadt der Region, etwa die Hälfte der Bewohner sprechen Englisch, ein Drittel Französisch. Gleich am anderen Ufer des Ottawa River, in Gatineau, sind die Verhältnisse jedoch schon wieder umgekehrt, und auch in Ottawa selbst existieren wegen der zahlreichen Einwanderer noch viele weitere Sprachen.

Der älteste Teil der Stadt, die Lower Town, wird begrenzt durch die Flüsse und den Rideau-Kanal. Einst hatte dieser den Aufschwung der Stadt ermöglicht, heute dient er vor allem der Freizeitgestaltung: Im Sommer sind hier Boote und Kanus unterwegs, im Winter verwandelt sich der Kanal in die längste Schlittschuhbahn der Welt.

Parliament Hill

Die wichtigste unter den Sehenswürdigkeiten Ottawas ist der weithin sichtbare Parliament Hill, der Parlamentshügel mit dem dort beheimateten Regierungsviertel. Etwa drei Millionen Besucher strömen jedes Jahr zum Parlamentsgebäude, das von 1859 an im neugotischen Stil errichtet wurde und ein wenig an den Londoner Palace of Westminster erinnert.

Sehenswert ist vor allem der vom 92 Meter hohen Peace Tower dominierte Centre Block, wo Unterhaus und Senat zusammenkommen. Auf der Flussseite befindet sich auch die Parlamentsbibliothek, die mit ihren Strebebögen und ihrem Kuppeldach an einen gotischen Sakralbau erinnert. Das Gebäude gilt als nationales Monument und ist auch auf der kanadischen 10-Dollar-Banknote abgebildet.

In den Sommermonaten kann man, ganz wie am Buckingham Palace, der traditionellen Wachablösung zusehen. Hinter den Hauptgebäuden befinden sich Statuen von bedeutenden Persönlichkeiten der kanadischen Geschichte, darunter auch die britischen Königinnen Victoria und Elisabeth II. Ein kleiner Bummel über das im Stil englischer Landschaftsgärten gestaltete Gelände schließt den Besuch auf dem Parliament Hill ab.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Die Cathédrale Notre-Dame d`Ottawa, die älteste Kirche der Stadt, wurde von 1841 an im neoklassizistischen Stil errichtet; besonders einprägsam ist die Fassade mit den beiden Türmen. In unmittelbarer Nähe lädt die Nationalgalerie zu einem Besuch ein, die eindrucksvoll kanadische, aber auch europäische und asiatische Kunst präsentiert.

Buntes Markttreiben erwartet den Besucher am Byward Market, einem der größten und traditionsreichsten Märkte Kanadas, wo die Einheimischen im Sommer Obst und Gemüse kaufen. Die Gäste der Stadt freuen sich über die vielen Restaurants, Cafés, Geschäfte und Museen am Rande des belebten Markts.